Aktuelles

Es ist geplant, in unregelmäßigen Abständen an dieser Stelle den geneigten Leserinnen und Lesern dieser gelungenen Homepage Lesetipps oder vielleicht auch Geschenktipps zu geben.

Buchtipp

Hallo liebe Lesende,

sind Sie auch passionierte Krimifans?

Ich habe so viele skandinavische Kriminalromane gelesen, dass ich vor Jahren im abgelegenen schwedischen Ferienhaus jedes Mal alle Türen und Fenster verrammelt habe, wenn ich allein war. Mit Donna Leon lasse ich mich gerne durch Venedig treiben und Bruno, Chef de police, hat in mir den Wunsch geweckt, einmal ins Périgord zu fahren.

Selbstverständlich lese ich auch deutsche Autoren und Autorinnen, und da habe ich seit Jahren zwei Favoriten. Einen davon stelle ich Ihnen heute mit seinem aktuellen Buch vor:

Wolfgang Schorlau. Der große Plan. Denglers neunter Fall. KiWi 2018

Der Autor lebt als freier Schriftsteller in Stuttgart. Sein Protagonist ist Georg Dengler, ein Privatermittler, der früher beim BKA gearbeitet hat und nun mit Hilfe seiner Freundin Olga, einer genialen Hackerin, seine Aufträge bearbeitet.

Das Besondere an Schorlaus Krimis ist, dass sie immer einen politischen oder wirtschaftlichen Hintergrund haben. Da geht es um die Treuhand,   Privatisierung von Wasserrechten, Massentierhaltung oder die NSU-Verbrechen. So erfahren Sie auf unterhaltsame Weise Fakten und Hintergründe, die Ihnen vielleicht vorher nicht klar waren.

In diesen aktuellen Fall geht es um die Griechenlandkrise und ich gestehe ehrlich, dass ich nach der Lektüre deutlich schlauer war! Wussten Sie, was ein „Swap“ ist und wie er funktioniert?

In der Stadtbücherei sind alle neun „Dengler“-Fälle als Bücher vorhanden.

Ich wünsche Ihnen Allen einen wunderbaren Herbst, und denken Sie bitte daran, Ihre Bücher im örtlichen Buchhandel zu kaufen.

P.S. Am 7. Oktober um 20.15 Uhr läuft auf ZDFneo „Die letzte Flucht. Denglers sechster Fall“.

Dorothee Merzhäuser

September 2018

Buchtipp

 

Werte Leserschaft,

neulich hatte ich Klassentreffen, und da einige von uns 50jähriges Abitur hatten, feierten wir mit Übernachtung in einem wunderbaren Hotel in Unkel am Rhein. Es war eine fröhliche Gruppe von Mädels um die Siebzig, die sich zum Teil viele Jahre nicht gesehen hatten.

Jedenfalls bekam ich von einer früheren Klassenkameradin nach der Frage zu meinem  Beruf sofort eine überschwängliche Buchempfehlung. Das Buch heiße „Das achte Leben“, habe ungefähr 1000 (!) Seiten und sei einfach großartig. Den Namen der Autorin wisse sie leider nicht.

Meine Bemerkung, dass ich keine Bücher lesen würde, die mehr als 600 Seiten hätten,  wurde ignoriert, dann müsse ich eine Ausnahme machen und ich würde es nicht bereuen!

Wieder zu Hause, habe ich das Buch im Stadtbücherei-Katalog als Ebook gefunden und sofort heruntergeladen. Zum Glück gibt es jetzt eine Leihfrist von 21 Tagen!

Nino Haratischwili: Das achte Leben. (Für Brilka). Frankfurter Verlags-Anstalt.

(Kein Wunder, das meine Mitschülerin nur den Titel wußte!)

Der Inhalt in Kürze: Erzählt wird das Leben von sechs Generationen einer georgischen Familie von 1900 bis 2014. Jeder handelnden Person ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Ausserdem erhalten Sie einen Einblick in die georgisch-russische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Wenn Sie mehr wissen wollen, lesen Sie die enthusiastischen Beurteilungen auf der Seite eines großen Internet-Buchhändlers.*

Die Autorin ist 1983 in Georgien geboren, lebt in Hamburg und schreibt neben ihren Romanen auch Theaterstücke.

In der Stadtbücherei gibt es ihre Bücher allerdings nur als Ebooks.

Noch einen schönen Sommer wünscht

Dorothee Merzhäuser

*Aber kaufen Sie Ihre Bücher bitte im örtlichen Buchhandel!

Juli 2018

Buchempfehlung

 

Eierlikörtage. Der geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 ¼ Jahre alt. Piper, 2016.

 

Willkommen in der Ü80-Welt, schon der erste Satz macht Spass:

„Auch im neuen Jahr habe ich für Senioren nichts übrig.“

Der das schreibt, ist Hendrik Groen, 83 Jahre alt, und nicht der Gesündeste. Er lebt im Heim, weiss also, wovon er spricht. Um sich abzulenken und die grauen Zellen nicht verkümmern zu lassen, beschliesst er, seine täglichen Erlebnisse aufzuschreiben.

Und da ihm das permanenten Gejammere und Sich-gehen-lassen vieler seiner Altersgenossen und -genossinnen auf die Nerven geht, findet Hendrik fünf Gleichgesinnte, die zusammen den „Alanito-Verein“ gründen. Ausserdem können sie im Team besser die wachsame Heimleiterin austricksen.

Der Name des Vereins ist Programm: Alt-aber-nicht-tot. Ein Mal pro Monat wird auf Vorschlag eines der Vereinsmitglieder ein Überraschungsausflug organisiert. So zeigen sie ihren neidischen Mitbewohnern, das man auch im Rollstuhl noch eine Menge unternehmen kann.

Und der unbekannte Autor beweist der werten Leserschaft, dass auch ein Leben mit Einschränkungen noch schöne Seiten haben kann, man muss nur aktiv werden und sich etwas zutrauen.

Wem das Buch gefallen hat – es ist übrigens in einer schönen großen Schrift gedruckt – empfehle ich auch die Fortsetzung:

Tanztee. Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre. Piper, 2017.

Beide Titel gibt es auch als Ebooks in der Metropolbib.

 

Buchempfehlung

Liebe Leserinnen und Leser dieser Homepage,

haben Sie schon ein Buch von Toni Morrison gelesen?

Wenn nicht, wird es Zeit und ich stelle Ihnen hier den aktuellen Titel vor:

Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind. Rowohlt 2017

Ein paar Fakten über die Autorin: geboren 1931 in Ohio, Professorin in Princeton für afro-amerikanische Literatur, 1993 Literaturnobelpreis.

Kurz der Inhalt: Sweetness bekommt eine Tochter, die so schwarz ist, das ihr Mann seine Vaterschaft bezweifelt und von dannen zieht. Sie erzieht das Kind streng und ohne viel Liebe, in der Annahme, dass es so besser mit den zu erwartenden Problemen aufgrund seiner Hautfarbe zurecht kommt. Aber Lula Ann, die sich als erwachsene Frau „Bride“ (Braut) nennen wird, macht das Beste aus ihrem Aussehen und wird eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Im Verlauf der Handlung wird sie von ihren Freund verlassen und macht sich auf die Suche nach ihm. Auch er schleppt ein Kindheitstrauma mit sich.

Erzählt wird die kurze Geschichte jeweils aus der Sicht der beteiligten Frauen.

Das Buch handelt in der Jetzt-Zeit, und es ist traurig, dass die lebenslangen Themen der Autorin: Rassendiskriminierung, Missbrauch und Lieblosigkeit, die sich durch ihr Werk ziehen, leider noch immer nicht an Aktualität eingebüßt haben.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Spätsommer und denken Sie daran, Ihre Bücher im örtlichen Buchhandel zu kaufen!

Dorothee Merzhäuser

September 2017

Buchtipp

Von den Freuden der Beständigkeit

Das ist mir auch noch nicht passiert: Ein Buch fertiggelesen (Ian McEwan), das nächste angefangen und schon auf der dritten Seite gedacht:

Was für ein schönes Buch! Das ist wieder was für eine Besprechung.

Obwohl ich auf dieser famosen Homepage eigentlich keine Bestseller vorstellen wollte, die Listen sind allen zugänglich, mache ich hier eine Ausnahme. Und es stehen manchmal auch Bücher auf den Listen, die das Lesen lohnen, wie zum Beispiel:

Alex Capus: Das Leben ist gut. Hanser, 2016

Der Inhalt ist schnell erzählt: Eine Woche im Leben von Max, Schriftsteller und nebenbei Barbesitzer in einer kleinen schweizerischen Stadt, glücklich verheiratet und Vater von drei halbwüchsigen Söhnen. Seine Frau hat eine Stelle an der Sorbonne angenommen und wird nur an den Wochenenden zuhause sein. Das Ehepaar ist zum ersten Mal getrennt.

Es passiert nicht viel auf diesen 240 Seiten. Genaue Beobachtungen des gewöhnlichen Lebens. Aber zu lesen, wie diese Alltäglichkeiten erzählt werden, ist ein Genuss.

Ein Buch über das, was wirklich wichtig ist: Freundschaft, Liebe, Zufriedenheit.

Nicht mehr und nicht weniger.

Der Autor, geboren 1961 in Frankreich, lebt seit vielen Jahren in Olten und betreibt dort neben seiner Schriftstellerei die Bar „Galicia“. Über der Theke hängt übrigens ein Stierkopf. Näheres unter

www.alexcapus.de und www.galiciabar.ch.

In der Stadtbücherei gibt es natürlich noch andere Titel des Autors, die Sie hören und als klassisches Buch oder EBook lesen können. Sie haben die Möglichkeit, einen vielseitigen Autor auf vielseitige Art zu entdecken!

Und bitte denken Sie daran, Ihre Bücher im örtlichen Buchhandel zu kaufen!

Dorothee Merzhäuser

April 2017

Buchempfehlung

Es gibt ja Autoren und Autorinnen, deren Bücher ich – nachdem ich zwei oder drei gelesen habe – unter dem Satz zusammenfasse:

Kennst du eins, kennst du alle.

Der Autor, den ich Ihnen heute ans Herz lege, gehört natürlich nicht dazu:

Ian McEwan: Nussschale. Diogenes 2016.

Ich erinnere mich gut an eine Episode zu Beginn meines Berufslebens, als ich zum ersten Mal ein „Leseexemplar“ in der Hand hielt. Sieht aus wie das „richtige Buch“ nur mit dem Vermerk „Leseexemplar“, dient als Vorinformation für Besprechungen o.ä. und durfte weder verkauft noch verliehen werden.

Das war 1981, das Buch hiess „Der Zementgarten“, der Autor war niemand anderes als Ian McEwan. Ich war fasziniert und ein bisschen neidisch, das jemand in meinem Alter so tolle Bücher schreiben konnte.

Genug der Sentimentalitäten, zurück zum Thema:

Erzählt wird die Geschichte von Trudy, ihrem Geliebten Claude, der Bruder ihres Exmannes John. Die beiden planen, John zu ermorden. Das alles wird erzählt von Trudys ungeborenem Kind.

Falls sie sich bei Shakespeare auskennen, wird ihnen die Handlung bekannt vorkommen: Claudius und Gertrude haben Gertrudes Ehemann, Hamlets Vater ermordet und Hamlet schwört Rache.

Dieser Fötus ist ein schlaues Kerlchen mit dem Wissen und Verständnis eines Erwachsenen, der alles mithört und sich deutlich mehr über den regelmässigen Weingenuss seiner Mutter als über die „Besuche“ seines Onkels freut. Hin und hergerissen zwischen der Liebe zu ihr und dem Hass, weil sie den Vater töten will. Verzweifelt über seine Hilflosigkeit. Bis zur naheliegenden Möglichkeit, aktiv in das Geschehen einzugreifen.

Ich verspreche Ihnen einen ungewöhnlichen Lesegenuss!

Sie finden weitere Bücher vom Autor in der Stadtbücherei, auch den eingangs erwähnten „Zementgarten“.

Und nicht vergessen: Bücher im örtlichen Buchhandel kaufen!

Dorothee Merzhäuser

März 2017