Mehr als 70 Besucher konnten am Sonntagnachmittag, den 29. Januar 2017, der Lesung der Schriftstellerin Rasha Khayat im Lesecafé der Stadtbücherei im Rahmen der Lesereihe „Europa Morgen Land“ lauschen.

In dieser, seit dem Jahr 2000 bestehenden Lesereihe versammeln sich junge, mehrsprachige Autorinnen und Autoren, die in Deutsch schreiben. Einige von ihnen sind aus der modernen deutschen Literatur nicht mehr wegzudenken, z.B. Zsuzsa Bánk, Navid Kermani, Terézia Mora und Sasa Stanisic.

Die 1978 in Dortmund geborene und heute in Hamburg lebende Deutsch-Araberin stellte ihr Erstlingswerk  

Weil wir längst woanders sind

vor. Zu Beginn erzählte sie kurz über ihre Vergangenheit, dass sie eine deutsche Mutter, einen saudi-arabischen Vater hat und in Jeddah aufgewachsen ist. Ende der 80er Jahre zieht die Familie nach Deutschland zurück, ins Ruhrgebiet. Frau Khayat zitierte geschickt und stimmungsvoll aus ihrem Buch, in dem es um das Geschwisterpaar Basil und Layla geht, das zwischen den beiden Welten hin- und hergerissen ist.

Nach der Pause machte Frau Khayat eine kurze Rückblende auf ihre Jugend, die Einschulung und dem Umgang mit ihrem nicht gerade europäisch klingenden Namen und den damit verbundenen Erlebnissen. Des Weiteren schilderte die mehrsprachig aufgewachsene Khayat, wie sie nach Hamburg kam und dort eine neue Heimat fand. Sie berichtete auch über die Sorgen und Ängste der Eltern.

Nicht nur die Lesung, sondern auch der ehrliche Einblick in ihr privates Leben, die Schilderung der Sorgen, die Ängste der Eltern war ein voller Erfolg und wurde vom Publikum mit einem riesigen und langanhaltenden Applaus belohnt.

Zum Abschluss hatten die Besucher noch Zeit, Fragen zu stellen, um noch mehr aus dem Leben in der arabischen Welt zu erfahren.

Der Förderverein der Stadtbücherei begleitete den Nachmittag und verkaufte Kaffee und Kuchen, wovon die Besucher reichlich Gebrauch machten.


Bilder: Stadtbücherei