Lesetipps

An dieser Stelle findet die geneigte Leserschaft dieser gelungenen Homepage in unregelmäßigen Abständen Lese- und eventuell Geschenktipps.

Buchempfehlung

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

gehen Sie auch so gerne ins Kino?

Haben Sie auch die vielen Sendungen über die Berlinale gesehen?

An dieser Stelle möchte ich die Verantwortlichen von 3sat loben, die wirklich fundiert und ausführlich berichten. Ich hocke vor dem Fernseher und freue mich über die großartige Anke Engelke und das grottenschlechte Englisch von Dieter Kosslick. Mein ganz persönlicher Dank geht an die unbekannten Erfinder des HD-Receivers, die es mir ermöglichen, die Sendungen zu zivilen Zeiten anzusehen.

Warum ich das erzähle?

Weil der wunderbare Michael Ballhaus den diesjährigen Ehrenbär bekommen hat.

Kinogänger wissen, von wem ich rede, für die anderen ein paar Daten:

Michael Ballhaus, geboren 1935, Kameramann. Hat ungefähr 130 Filme gemacht, davon sechzehn mit R.W. Fassbinder. (Zitat Ballhaus: Wenn ich diesen Mann durchgestanden habe, kann mir in Zukunft nichts mehr passieren). In USA mit allen namhaften Regisseuren gearbeitet. Dreimal für den Oscar nominiert. Berühmt für seinen 360° Dreh, bei dem die Kamera komplett um die Darsteller herumfährt.

Falls ich Ihr Interesse für diesen interessanten Mann geweckt habe, empfehle ich folgendes Buch zu Ihrer Lektüre:

Michael Ballhaus: Bilder im Kopf. Die Geschichte meines Lebens.

Gibt es natürlich in der Stadtbücherei, dort steht auch noch ein weiteres Buch, allerdings schon etwas älter, und zwar:

„Das fliegende Auge; Michael Ballhaus im Gespräch mit Tom Tykwer“.

In diesem Buch gibt es auch eine Filmliste, die aber 2002 endet. Ich nenne hier nur einige Filme: Die Ehe der Maria Braun; Der Zauberberg; Die Farbe des Geldes; Die fabelhaften Baker Boys (einer meiner Lieblingsfilme!); Zeit der Unschuld; Gangs of New York.

Traurig ist, dass Michael Ballhaus, der sein ganzes Leben hauptsächlich mit den Augen gearbeitet hat, nun langsam erblindet. Tröstlich ist, dass sein Sohn Florian das Talent des Vaters geerbt hat und ebenfalls Kameramann geworden ist.

Viel Vergnügen bei der Lektüre und nicht vergessen: Bücher im stationären Buchhandel kaufen!! 

Dorothee Merzhäuser

Februar 2016

 

Fernseh- und Buchempfehlung

 

Hallo liebe Lesende,

Ihnen allen noch alles Gute für das neue Jahr 2016, möge ein Teil Ihrer Wünsche in Erfüllung gehen, Sie ein paar Ihrer Vorsätze durchhalten und immer genug zu lesen haben!

Diesmal empfehle ich Ihnen zunächst einen zweiteiligen Fernsehfilm und zwar:

„Wölfe“. Er wird jeweils Donnerstag, 21. und 28. Januar um 20.15 Uhr, auf arte gesendet. Gedreht wurde er von der BBC, was in der Regel ein Merkmal für hohe Qualität ist.

Es geht um Macht und Intrigen zur Zeit Heinrichs des VIII. Hauptperson ist Thomas Cromwell, der es als Sohn eines Schmieds in höchste Ämter geschafft hat und als Vertrauter seines Königs die zweifelhafte Aufgabe erhält, ihn von seiner ersten Frau zu befreien, damit er Anne Boleyn heiraten kann.

Falls Sie im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, werden Sie sich erinnern, dass das Ganze nicht nur für Cromwell kein gutes Ende nimmt.

Wenn Sie aber keine Lust haben, an zwei Abenden je drei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen, empfehle ich Ihnen wärmstens die literarische Vorlage:

Hilary Mantel: „Wölfe“, DuMont 2010, und „Falken“, DuMont 2013.

Die Autorin schreibt einfach wunderbar und hat für beide Bücher den „Booker Prize“, die höchste britische Auszeichnung für Literatur erhalten.

Für mich als Vielleserin sind beide Titel herausragend und absolut empfehlenswert. Freunde historischer Romane werden sich von zusammen 1250 Seiten nicht abschrecken lassen. (Der 2015 erschienene Erzählband „Die Ermordung Margaret Thatchers“ hat mir weniger gefallen.)

Selbstverständlich sind beide Titel als Buch und Hörbuch im Bestand der Stadtbücherei Frankenthal.

 

Viel Spaß beim Lesen und/oder Fernsehen und vergessen Sie nicht:

Bücher kauft man im stationären Buchhandel!!

 

Dorothee Merzhäuser

 

Buchempfehlung

Hier der erste Vorschlag:

Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie. Jessica Mitford und ihre Schwestern. Hanser.

 

Für alle, denen der Name Mitford nichts sagt: Es handelt sich um eine englische Adelsfamilie mit sechs ungestümen Töchtern und einem Sohn, die zwischen 1904 und 1920 geboren werden.

Also eine Art „Downton Abbey“ in echt. In Deutschland ist die Familie ziemlich unbekannt, sie wird gerne mit den Manns verglichen, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen.

Am ehesten berühmt-berüchtigt ist Diana, Tochter Nr. 4, als Ehefrau des britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley, den sie in Berlin in Anwesenheit Hitlers heiratet.

Den hohen Bekanntheitsgrad der Familie in Großbritannien zeigt z.B. die Tatsache, daß J.K.Rowling, die Autorin der Harry Potter-Bücher ihrer Tochter den Namen Jessica gab.

In Alan Bennetts wunderbaren Buch „Die souveräne Leserin“, in dem sich die Queen in einen Bücherbus verirrt, leiht sie sich ein Buch von Nancy Mitford aus.

Die Mitford-Töchter bieten Alles, wonach die geneigte Leserschaft giert: Heirat in eine der reichsten Familien des Landes mit schneller Scheidung; glühende Hitler-Verehrung; Bestsellerautorinnen, Heirat mit einem Herzog; langjährige Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei usw., usw.

Das Ganze könnte man auch als Klatsch und Tratsch bezeichnen, ist aber weit entfernt von den Geschichten, die die meisten von uns ganz gerne im Wartezimmer oder beim Frisör lesen. Wenn Sie also nicht bange sind vor fast 550 Seiten, greifen Sie zu! Sie werden belohnt mit dem prallen Leben, aber mit Niveau, die Mitfords sind zwar zum Teil sehr speziell, aber immer mit Stil, wie sich das für die Upper Class gehört.

Die Hauptperson des vorliegende Buches, Jessica, Tochter Nr. 5, wird 1917 geboren. Sie verlebt eine unglückliche Kindheit, ihr größter Wunsch, in eine öffentliche Schule zu gehen, anstatt zuhause von der Mutter oder wechselnden Gouvernanten erzogen zu werden, geht nur für ein Jahr in Erfüllung.