Lesetipps

An dieser Stelle findet die geneigte Leserschaft dieser gelungenen Homepage in unregelmäßigen Abständen Lese- und eventuell Geschenktipps.

Fernseh- und Buchempfehlung

 

Hallo liebe Lesende,

Ihnen allen noch alles Gute für das neue Jahr 2016, möge ein Teil Ihrer Wünsche in Erfüllung gehen, Sie ein paar Ihrer Vorsätze durchhalten und immer genug zu lesen haben!

Diesmal empfehle ich Ihnen zunächst einen zweiteiligen Fernsehfilm und zwar:

„Wölfe“. Er wird jeweils Donnerstag, 21. und 28. Januar um 20.15 Uhr, auf arte gesendet. Gedreht wurde er von der BBC, was in der Regel ein Merkmal für hohe Qualität ist.

Es geht um Macht und Intrigen zur Zeit Heinrichs des VIII. Hauptperson ist Thomas Cromwell, der es als Sohn eines Schmieds in höchste Ämter geschafft hat und als Vertrauter seines Königs die zweifelhafte Aufgabe erhält, ihn von seiner ersten Frau zu befreien, damit er Anne Boleyn heiraten kann.

Falls Sie im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, werden Sie sich erinnern, dass das Ganze nicht nur für Cromwell kein gutes Ende nimmt.

Wenn Sie aber keine Lust haben, an zwei Abenden je drei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen, empfehle ich Ihnen wärmstens die literarische Vorlage:

Hilary Mantel: „Wölfe“, DuMont 2010, und „Falken“, DuMont 2013.

Die Autorin schreibt einfach wunderbar und hat für beide Bücher den „Booker Prize“, die höchste britische Auszeichnung für Literatur erhalten.

Für mich als Vielleserin sind beide Titel herausragend und absolut empfehlenswert. Freunde historischer Romane werden sich von zusammen 1250 Seiten nicht abschrecken lassen. (Der 2015 erschienene Erzählband „Die Ermordung Margaret Thatchers“ hat mir weniger gefallen.)

Selbstverständlich sind beide Titel als Buch und Hörbuch im Bestand der Stadtbücherei Frankenthal.

 

Viel Spaß beim Lesen und/oder Fernsehen und vergessen Sie nicht:

Bücher kauft man im stationären Buchhandel!!

 

Dorothee Merzhäuser

 

Buchempfehlung

Hier der erste Vorschlag:

Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie. Jessica Mitford und ihre Schwestern. Hanser.

 

Für alle, denen der Name Mitford nichts sagt: Es handelt sich um eine englische Adelsfamilie mit sechs ungestümen Töchtern und einem Sohn, die zwischen 1904 und 1920 geboren werden.

Also eine Art „Downton Abbey“ in echt. In Deutschland ist die Familie ziemlich unbekannt, sie wird gerne mit den Manns verglichen, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen.

Am ehesten berühmt-berüchtigt ist Diana, Tochter Nr. 4, als Ehefrau des britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley, den sie in Berlin in Anwesenheit Hitlers heiratet.

Den hohen Bekanntheitsgrad der Familie in Großbritannien zeigt z.B. die Tatsache, daß J.K.Rowling, die Autorin der Harry Potter-Bücher ihrer Tochter den Namen Jessica gab.

In Alan Bennetts wunderbaren Buch „Die souveräne Leserin“, in dem sich die Queen in einen Bücherbus verirrt, leiht sie sich ein Buch von Nancy Mitford aus.

Die Mitford-Töchter bieten Alles, wonach die geneigte Leserschaft giert: Heirat in eine der reichsten Familien des Landes mit schneller Scheidung; glühende Hitler-Verehrung; Bestsellerautorinnen, Heirat mit einem Herzog; langjährige Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei usw., usw.

Das Ganze könnte man auch als Klatsch und Tratsch bezeichnen, ist aber weit entfernt von den Geschichten, die die meisten von uns ganz gerne im Wartezimmer oder beim Frisör lesen. Wenn Sie also nicht bange sind vor fast 550 Seiten, greifen Sie zu! Sie werden belohnt mit dem prallen Leben, aber mit Niveau, die Mitfords sind zwar zum Teil sehr speziell, aber immer mit Stil, wie sich das für die Upper Class gehört.

Die Hauptperson des vorliegende Buches, Jessica, Tochter Nr. 5, wird 1917 geboren. Sie verlebt eine unglückliche Kindheit, ihr größter Wunsch, in eine öffentliche Schule zu gehen, anstatt zuhause von der Mutter oder wechselnden Gouvernanten erzogen zu werden, geht nur für ein Jahr in Erfüllung.